Titel für die Teamsprinterinnen und Gold für Kristina sowie Bronze Pauline

Apeldoorn (rad-net) - Für Kristina : Zweimal das Regenbogentrikot und für Pauline das Regenbogentrikot und eine Bronzemedaille

01.03.2018 | Bei den Titelkämpfen in Apeldoorn (Niederlande) gewannen Kristina Vogel und Miriam Welte im Finale gegen die Niederländerinnen Shanne Braspennincx und Kyra Lamberink. Da Pauline Grabosch in der Qualifikation zum Einsatz kam, erhielt sie ebenfalls die Goldmedaille.

Die deutschen Sprinterinnen fuhren ein souveränes Turnier. Bereits in der Qualifikation waren Grabosch/Welte am schnellsten. Dies führten Vogel/Welte in der ersten Runde fort und auch im Finale waren Vogel/Welte nicht zu schlagen. Mit einer Zeit von 32,605 Sekunden waren sie mehr als eine halbe Sekunde schneller als die Niederländerinnen Lamberink/Braspennincx, die sich die Silbermedaille sicherten. Bronze ging an die Russinen Daria Shmeleva/Anastasiia Voinova gegen China (Chaorui Song/Tianshi Zhong).

Während Vogel den zehnten WM-Titel ihrer Karriere feierte, war es für Grabosch die Premiere im Elitebereich. «Einfach Wahnsinn, mit diesen beiden Frauen hier zu stehen», sagte die 20-Jährige. «Das Finale habe ich ja von außen beobachtet und war sicherlich noch aufgeregter als die beiden. Ich kann meine Gefühle gar nicht beschreiben. Man arbeitet so hart und wird dann mit dem Regenbogentrikot belohnt. Ein Kindheitstraum ist für mich heute in Erfüllung gegangen», so Grabosch weiter.

«Was für ein Sieg! Ich könnte losweinen. Es lastete sehr, sehr viel Druck auf uns. Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Wir kämpfen seit vier Jahren um genau diese Medaille, umso schöner, dass der Plan heuteaufgegangen ist. Jeder will mich fallen sehen, aber ich habe heute meine zehnte WM-Medaille gewonnen», freute sich Vogel. Und Miriam Welte ergänzte: «Wir haben unglaublich hart dafür gekämpft und haben heute als Team gewonnen. Ich bin unheimlich glücklich, dass es heute gepasst hat. Ich habe vor dem Finale zu Kristina gesagt, denk an die Möhre in Melbourne [damals gewannen sie erstes Teamsprint-Gold, Anm. d. Red.]. Und Kristina hat in die Möhre gebissen.»

«Der Erfolg hier war für uns sehr wichtig und gibt uns in Richtung Olympia viel Rückenwind», sagte Bundestrainer Detlef Uibel. «Mit diesem Trio haben wir ja schon bei der EM in Berlin experimentiert und es hat heute wieder geklappt. Das ist eine sehr gute Ausgangsposition für Tokio. Vogel, Welte, Grabosch, dazu noch Hinze und Friedrich aus den jüngeren Jahrgängen. Da entsteht im Kurzzeitbereich bei den Frauen ein Konkurrenzkampf, der uns international noch stärker und stabiler macht. Die drei haben im Vorfeld gut zusammengearbeitet. Der Titel war Zucker auf die Seele.»

 

ja und am nächsten Tag geht es weiter :

 

Apeldoorn (rad-net) - Kristina Vogel hat ihren Weltmeistertitel im Sprint verteidigt. Im Finale setzte sich die 27-Jährige gegen die Australierin Stephanie Morton durch und feierte damit ihren insgesamt elften Titelgewinn. Pauline Grabosch gewann Bronze.

In einer Neuauflage des Vorjahres-Endlaufs besiegte die 27-Jährige am Freitagabend die Australierin Stephanie Morton 2:1. Den ersten Lauf hatte sie gewonnen, doch im zweiten Lauf musste sie sich Morton geschlagen geben, die clever von vorne fuhr, sodass es zum Entscheidungslauf kam. Hier hatte Vogel aber wieder die Überhand und setzte sich klar durch. «Kristina hat wieder einmal ihre Ausnahmestellung bewiesen und sich durchgekämpft, nachdem sie am ersten Tag etwas schwer ins Turnier gekommen war. Einfach nur stark», sagte Bundestrainer Detlef Uibel. Vogel verneigte sich mit deutscher Fahne in der Hand vor dem Publikum auf der Zielgerade.

Mit dem Titel im Sprint schloss sie zu Anna Meares, die Ende 2016 ihre Karriere beendete, auf. Mit dem Sieg im Sprint erhöhte die Erfurterin ihre Medaillenbilanz auf elf gewonnene WM-Titel und zog mit Maeres gleich.

«Es hat heute alles gekostet, diese Goldmedaille zu gewinnen. Es war sehr sehr hart. Im zweiten Lauf habe ich einen kleinen Fehler gemacht. Ich war zu offensiv, und kam zum Point of no return, da wusste ich, dass ich nicht mehr reagieren konnte und es einen dritten Lauf geben wird. Ich hatte ihre Geschwindigkeit unterschätzt. Die Erleichterung war riesengroß, dass es gereicht hat. Es wird für mich immer schwerer, unberechenbar zu sein. Aber jetzt freue ich mich einfach nur, heute zähle ich auch nicht oder denke über Rekorde nach. Ich hatte im Vorfeld viel Druck, aber als Max Levy sich ins Viertelfinale kämpte, da sagte ich mir: Okay, jetzt bin ich dran. Diese Medaille widme ich Jochen Wilhelm, unserem Thüringer Trainer, der im letzten Jahr gestorben ist», so Vogel.

Nach einer erfolgreichen Qualifikation, in der Grabosch und Vogel als Zweite beziehungsweise Dritte direkt ins Achtelfinale weiterkamen, zeigten beide ein souveränes Turnier. Im Halbfinale kam es jedoch zu der unglücklichen Konstellation, dass Vogel und Grabosch gegeneinander fahren mussten, sodass definitiv nur eine Deutsche ins Finale kommen konnte. Vogel schaltete ihre Teamsprint-Kollegin mit 2:0 Läufen aus. Vogel fuhr damit um Gold, Grabosch um Bronze. «Das war für mich das entspannteste WM-Halbfinale seit 27 Jahren», sagte Uibel, seit 1991 verantwortlich.

Auch wenn Pauline Grabosch im Halbfinale an Vogel scheiterte, hatte die erst 20 Jahre alte Magdeburgerin Grund zum Jubeln: Sie gewann das kleine Finale in zwei Läufen gegen Wai Sze Lee aus Hongkong und durfte sich die Bronzemedaille umhängen - ihre erste WM-Einzelmedaille in der Eliteklasse, nachdem sie zum Auftakt der Titelkämpfe schon mit Kristina Vogel und Miriam Welte Gold im Teamsprint gewonnen hatte.

«Ich hätte niemals mit Bronze gerechnet, aber ich bin über mich hinausgewachsen, habe mich von Lauf zu Lauf gesteigert. Ich hatte nichts zu verlieren, aber ich wollte auf keinen Fall wieder einen vierten Platz belegen wie letztes Jahr in Berlin. Und es ist eine Medaille geworden, eine Medaille bei einer Weltmeisterschaft», freute sich Grabosch.